Montag, 15. November 2021

BaFin warnt vor weiterem Angebot ohne Prospekt

Aktien eines Unternehmens aus Kanada werden in Deutschland wahrscheinlich unter Missachtung der gesetzlichen Prospektpflicht angeboten.

Die BaFin hat nach einer eigenen Mitteilung den hinreichend begründeten Verdacht, dass sowohl die L8 Holdings Ltd., nach eigenen Angaben mit Sitz in Vancouver, Kanada, als auch die Pro-IPO Investment, nach eigenen Angaben mit Sitz in London, Großbritannien, in Deutschland Aktien der L8 Holdings Ltd. ohne den erforderlichen Prospekt öffentlich anbieten.

Das öffentliche Angebot von Wertpapieren ohne einen gebilligten Prospekt stellt – sofern keine Ausnahme eingreift – einen Verstoß gegen die Prospektpflicht nach der EU-Prospektverordnung dar, stellt die Behörde klar. Entgegen Artikel 3 Absatz 1 der EU-Prospektverordnung sei für das öffentliche Angebot der L8 Holdings Ltd. kein Prospekt veröffentlicht worden, so die BaFin. Anhaltspunkte für eine Ausnahme von der Prospektpflicht seien nicht ersichtlich.

In Deutschland dürfen Wertpapiere im Grundsatz – das heißt vorbehaltlich einer Prospektausnahme – nicht ohne die Veröffentlichung eines von der BaFin zuvor gebilligten Prospekts öffentlich angeboten werden. Ein Verstoß gegen die Prospektpflicht stellt eine Ordnungswidrigkeit dar und kann mit einer Geldbuße von bis zu fünf Millionen Euro bzw. drei Prozent des Gesamtumsatzes des letzten Geschäftsjahres geahndet werden. Auch können Geldbußen bis zum Zweifachen des aus dem Verstoß gezogenen wirtschaftlichen Vorteils verhängt werden.

„Bitte bedenken Sie, dass Investitionen in Wertpapiere immer nur auf der Grundlage der erforderlichen Informationen getätigt werden sollten“, appelliert die BaFin.