Mittwoch, 4. April 2018

Solvium: Stabiler Containermarkt trotz P&R

Der Container-Anbieter Solvium Capital berichtet von einer weiterhin hohen Nachfrage der Reedereien nach Vermietcontainern und einer sehr guten Auslastung der Boxen.

Solvium-Geschäftsführer Marc Schumann

“Unsere Unternehmensleitung hat in der vergangenen Woche die weltweit größte Containermesse ‘Intermodal Asia 2018’ in Shanghai besucht und hat dort die führenden Container-Vermietgesellschaften, -hersteller und -händler getroffen”, berichten Olaf Will, Vorstand der Solvium Holding AG und Marc Schumann, Geschäftsführer der Solvium Capital GmbH, in einem Schreiben an ihre Vertriebspartner.

“Aus vielen Gesprächen sehen wir unseren Eindruck bestätigt, dass der Markt nach wie vor – trotz der Verwerfungen in Zusammenhang mit einigen P&R-Gesellschaften – sehr stabil ist und attraktive Investitionsmöglichkeiten bietet”, so das Schreiben. Gemeint sind die Insolvenzanträge von drei Gesellschaften des Marktführers P&R vor zwei Wochen.

Auch zukünftig hohe Nachfrage

“Von den Vertretern führender Banken für die Finanzierung des Containergeschäfts haben wir erfahren, dass es auch in Zukunft für Reedereien schwierig ist, Container direkt zu finanzieren”, so das Solvium-Schreiben. Deshalb würden Vermietcontainer nach wie vor gefragt bleiben.

“Als Gründe nennen die Banken, dass der Konzentrationsprozess auf der Reedereienseite zu Klumpenrisiken führt, die weitere Finanzierungen erschweren. Zusätzlich werden die regulatorischen Anforderungen zukünftig größer, da die meisten Länder weltweit die Basel IV-Vorschriften in den nächsten Jahren umsetzen werden.” Dadurch würden nicht nur Finanzierungen schwieriger, auch die Finanzierungskosten steigen. “Wir gehen daher davon aus, dass dies einen positiven Einfluss auf die Mietraten in den nächsten Jahren haben wird”, so Will und Schumann.

Auslastung zwischen  95 und 99 Prozent

Die Auslastung der Vermietcontainer bewege sich mit Raten zwischen 95 und 99 Prozent seit etwas mehr als einem Jahr auf einem Niveau, das einer Vollauslastung gleichkomme. “Insbesondere seit der Insolvenz der südkoreanischen Reederei Hanjin achten Container-Vermietgesellschaften darauf, dass das Verhältnis zwischen Mietraten und Einkaufspreisen nicht über Gebühr sinkt.”

Dadurch ergäben sich immer wieder attraktive Investionsmöglichkeiten, von denen Solvium mit gezielten Käufen von Neu- und Gebrauchtcontainern bereits profitiert hat und auch zukünftig profitieren kann.

Folgen der Hanjin-Pleite verarbeitet

Mittlerweile seien fast alle Container aus der Insolvenz der koreanischen Reederei Hanjin im Jahr 2016 wieder im Besitz der Container-Vermietgesellschaften. Die Kehrseite der Medaille: Die Eigentümer der Container mussten finanzielle Einbußen akzeptieren. “Dies betraf nicht nur den Verlust der Mieteinnahmen, hinzu kamen Lager- und Reparaturkosten, die an Depots und Terminals zu zahlen waren, um die Container freizukaufen”, so Solvium.

Für diese Kosten hätte eigentlich Hanjin aufkommen müssen, so dass es nicht verwunderlich sei, dass eine bessere Risikosteuerung und auskömmlichere Mietraten Standard in der Containervermietung geworden seien.

“Wir bei Solvium haben die Notwendigkeit einer breiten Diversifikation bei den Mietgesellschaften bereits frühzeitig erkannt, weshalb auch beispielsweise lediglich zwei Container aus dem gesamten Portfolio an Hanjin vermietet waren. Aus diesem Grund hatte die Insolvenz der Hanjin keine Auswirkung auf die Leistungsfähigkeit der Solvium-Gruppe”, betonen die Solvium-Chefs.

Positive Entwicklungen bei den Containerpreisen

Die Preise für Neu- und Gebrauchtcontainer hätten einhergehend mit steigenden Stahlpreisen in den vergangenen Jahren merklich zugelegt, nachdem sie davor über mehrere Jahre kontinuierlich gesunken waren. Laut „Drewry Maritime Research“ bewegen sich die Containerpreise (ex factory) dem Schreiben zufolge seit einigen Monaten relativ stabil zwischen 2.200 und 2.300 US-Dollar für 20-Fuß-Standardcontainer.

Die in China gesetzlich vorgeschriebene Umstellung von lösungsmittelbasierten Lackierungen auf wasserbasierte Farbsysteme habe im Jahr 2017 zu einigen Verzögerungen bei der Containerproduktion geführt.

“Wir konnten uns aber letzte Woche persönlich bei einem Besuch der größten Fabrik der Singamas-Gruppe in Qidong davon überzeugen, dass diese Umstellung abgeschlossen ist und die Kapazitäten wieder vollständig genutzt werden können”, so Will und Schumann. Dies schütze vor kurzfristigen Übertreibungen bei den Containerneupreisen und helfe allen Marktteilnehmern bei ihrer Planung.

Foto: Solvium