Freitag, 23. März 2018

14.000 P&R-Anleger können noch hoffen

Die von der BaFin geprüften Angebote des Container-Spezialisten P&R seit 2017 sind nicht unmittelbar von der Insolvenz anderer Gesellschaften der Gruppe betroffen. Auswirkungen sind jedoch nicht ausgeschlossen.

Die P&R-Angebote sind seit 2017 prospektpflichtig.

Die Insolvenzanträge für drei P&R-Gesellschaften beziehen sich nicht auf alle Unternehmen der Gruppe. Vielmehr wurde unter anderem für die P&R Transport-Container GmbH, die als Emittentin der Angebote seit Anfang 2017 fungierte, kein Insolvenzantrag gestellt.

Das Geschäftsmodell der P&R Transport-Container sei nach dem neuen Regulierungsstandard für Direktinvestments 2017 entstanden und damit anders aufgebaut als das der drei Gesellschaften, die jetzt Insolvenzantrag stellen mussten, teilt die P&R Transport-Container GmbH nun mit.

Hintergrund: Seit 2017 galt für die P&R-Angebote – wie auch für andere Direktinvestments – erstmals eine gesetzliche Prospektpflicht. Notwendig ist seitdem ein von der Finanzaufsicht BaFin gebilligter Verkaufsprospekt, der bestimmte Mindestangaben enthalten muss. Die BaFin-Prüfung bezieht sich auf Vollständigkeit und Widerspruchsfreiheit (“Kohärenz”) der Angaben im Prospekt. Nicht Gegenstand der BaFin-Prüfung sind unter anderem die Richtigkeit der Angaben und die wirtschaftlichen Erfolgsaussichten.

Gefahr des Forderungsausfalls

Es bestehe allerdings die Gefahr, dass die Forderungen der P&R Transport-Container GmbH gegenüber den unter der vorläufigen Insolvenzverwaltung stehenden Gesellschaften ganz oder teilweise ausfallen, so die aktuelle Mitteilung. Diese Umstände seien möglicherweise geeignet, die Fähigkeit der Gesellschaft zur Erfüllung der Verpflichtungen gegenüber den Anlegern zu beeinträchtigen. Solche Umstände ziehen nach dem Vermögensanlagengesetz eine entsprechende Veröffentlichungspflicht nach sich.

Um die Gefahr zu minimieren und zusätzliche Sicherheit und Transparenz für ihre Anleger zu schaffen, habe die P&R Transport-Container GmbH die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers, München, beauftragt, ihr Geschäftsmodell und ihre Geschäftsplanung umfassend zu überprüfen. Die Gesellschaft werde die wesentlichen Ergebnisse dieser Prüfung nach Abschluss der Prüfungsarbeiten in einigen Wochen gegenüber den Anlegern kommunizieren.

Seite 2: “Konservativere Herangehensweise”

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