Dienstag, 17. Mai 2016

BSI-Summit: “Anleger müssen Regulierungskosten tragen”

Für das Panel zum Thema “Regulierung auf dem Prüfstand – Bringt die Kapitalmarktunion neue Freiheiten?” hat der BSI auf seinem Summit in Berlin eine hochkarätige Runde versammelt.

Auf dem Podium diskutierten Dr. Henning Bergmann vom DSGV, die Bundestagsabgeordneten Lothar Binding (SPD) und Ralph Brinkhaus (CDU), Professor Christoph Kaserer von der TU München sowie Professor Steffen Kern von der EU-Wertpapieraufsicht ESMA mit den Moderatoren Gero Gosslar und Eric Romba, beide vom BSI.

Die Teilnehmer diskutierten unter anderem über die Effizienz von Märkten und die Notwendigkeit von mehr und neuen Regulierungen, die Auswirkungen der Kapitalmarktunion sowie die Zukunft der Altersvorsorge.

Bergmann stellte die Frage in den Raum, ob den Kunden durch mehr Regulierung wirklich geholfen werde. “In dieser Diskussion vergessen wir oft, dass die Anleger auch die höheren Regulierungskosten tragen müssen. Unsere angebotene Leistung darf für den Kunden nicht aus Kostengründen reduziert werden.” Zudem sei der Raum für nationale Verordnungen durch das harmonisierte europäische Recht ohnehin schon sehr klein.

Während Binding im Rahmen der Diskussion um die Kapitalmarktunion die Problematik mangelnder Investionen in die südlichen Länder hervorhob, widersprach Kaserer deutlich: “Fehlende Investitionen in den südlichen Ländern können nicht durch die Kapitalmarktunion und staatliche Eingriffe gelöst werden. Ursache ist das nicht vorhandene Vertrauen der Anleger.”

Besonders lebhaft war der Austausch der Panelteilnehmer zum Thema Altersvorsorge. “Wir müssen kritisch konstatieren, dass die private Altersvorsorge auch im internationalen Vergleich ein Trauerspiel ist”, so Kaserer.

Brinkmann bedauerte den Trend zu der Einstellung, dass sich Sparen nicht mehr lohne. Trotz der Niedrigrendite müsse gespart werden. “Weder die gesetzliche, noch die betriebliche oder die private Altersvorsorge alleine können das Allheilmittel sein. Wir brauchen alle drei Säulen gemeinsam.”