Montag, 22. August 2016

BFW: Keine Entspannung am Wohungsmarkt

BFW-Präsident Andreas Ibel warnt vor falschen Rückschlüssen aus der Zahl der Baugenehmigungen des ersten Halbjahres 2016.

“Der Anstieg der Baugenehmigungszahlen um 30,4 Prozent weckt vielerorts Hoffnungen auf ein absehbares Ende der Wohnungsknappheit. Vor dieser Fehlinterpretation kann ich jedoch nur warnen. Die Wohnungsknappheit in den Ballungszentren wird dadurch nicht geringer”, wird Ibel in einer Mitteilung seines BFW Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen e.V. zitiert.

Damit dürften auch die Rahmenbedingungen für Alternative Investmentfonds (AIF), die in Wohnungen investieren, weiterhin günstig bleiben. Nach den vom Statistischen Bundesamt veröffentlichten Zahlen wurde von Januar bis Juni 2016 der Bau von insgesamt 182.800 Wohnungen genehmigt. Davon waren 154.500 Neubauwohnungen in Wohngebäuden.

Fertigstellungen aussagekräftiger

“Für den Wohnungsbau haben Baugenehmigungszahlen eine geringe Aussagekraft”, erklärte Ibel. Viel aussagekräftiger als Baugenehmigungen seien Baufertigstellungen, die wesentlich geringer seien, erklärte Ibel: Schließlich würden bei weitem nicht alle genehmigten Wohnungen fertig gestellt.

So sei die Zahl der fertiggestellten Wohnungen 2015 um nur ein Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesteigen und habe mit 248.000 Wohnungen noch weit unter dem tatsächlichen Neubaubedarf von jährlich 400.000 gelegen.

Vorzieheffekt durch EnEV-Verschärfung

Der wichtigste Faktor für den Anstieg der Baugenehmigungen im ersten Halbjahr 2016 sei der Vorzieheffekt durch die Einführung der Energieeinsparverordnung (EnEV) 2016, erklärte Ibel. Demnach wurden noch vielfach die alten Regelungen der EnEV 2014 genutzt, bevor die Verschärfung im Januar diesen Jahres in Kraft trat und sich die Baukosten damit einhergehend um sieben Prozent erhöht haben.

Da das Datum des Bauantrags gelte, hätten zahlreiche Unternehmen den Antrag Ende letzten Jahres gestellt. Die Genehmigungen seien entsprechend in den ersten Monaten dieses Jahres erfolgt, obwohl der tatsächliche Baubeginn oftmals noch ungewiss sei.