Montag, 4. April 2016

“Viele Vertriebe kennen die Vorteile noch immer nicht”

Im Interview für das Cash.Special „Rendite+“ übt BSI-Chef Eric Romba, auch Kritik an der Bereitschaft von Vertrieben, sich mit Sachwertinvestments auseinanderzusetzen.

„Mein Eindruck ist, dass sich die Anbieter sehr für das Produkt engagieren, dies aber nicht immer beim Vertrieb ankommt, bzw. der Vertrieb es nicht annehmen kann oder will“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Sachwerteverbandes gegenüber dem Magazin.

Romba weiter: „Hier überwiegen schlechte Erfahrungen teilweise die Bereitschaft, sich mit der neuen Produktwelt auseinanderzusetzen. Obwohl diese schon mehr als zwei Jahre ‚alt‘ ist, kennen viele noch immer nicht die Vorteile der neuen Produkte. Und das, obwohl die Bereitschaft der Kunden, sich mit Alternativen auseinanderzusetzen, immer weiter steigt, je länger die Zinsen niedrig sind.“

Eric Romba

Immobilien würden sicherlich auch in den nächsten Jahren den Markt dominieren, so Romba. Erneuerbare Energie, Flugzeuge und Private Equity würden daneben eine gewichtige Rolle spielen und als Ergänzung zu bestehenden Portfolios dienen können, insbesondere, wenn die Asset-Preise bei Immobilien in Zeiten niedriger Zinsen weiter steigen und Investoren Alternativen suchen. „Die professionellen Investoren gehen diesen Schritt bereits und engagieren sich beim Thema Infrastruktur oder erneuerbare Energie“ sagte Romba.

In Hinblick auf das KAGB sagte der BSI-Chef, bei einem solchen Gesetz werde nie der Zeitpunkt kommen, an dem alle Fragen geklärt sind. „Dieses Gesetz ist ein ewig währender Steinbruch“, so Romba. „Die eigentliche Musik spielt aber gerade auf europäischer Ebene bzw. sie kommt von dort“ betonte er.

Und weiter: „Mifid II und Solvency II sind große Themen für unsere Branche. Manch einer unterschätzt das, weil die Anbieter nicht unmittelbar betroffen sind. Das mag in erster Instanz stimmen, ist aber zu kurz gedacht. Denn was die Investoren bzw. die Vertriebe betrifft, betrifft zwangsläufig eben auch diejenigen, die die Produkte machen. Es geht um Strukturen und Informationen, die vorgehalten werden müssen, aber auch um die technische Integration neuer Anforderungen. Manche Fristen sind da überaus sportlich.“  Auch auf dem BSI-Summit im Mai in Berlin würden diese Bereiche eine große Rolle spielen.

Das vollständige Interview lesen Sie in dem aktuellen Magazin “Rendite+ 1/2016 ‘Sachwertanlagen’”.

Foto: BSI