Montag, 31. Juli 2017

Publikums-AIF Nummer 100

Der 100. alternative Investmentfonds (AIF) für Privatanleger ist für die Branche nicht unbedingt ein Grund zum Feiern. Der Löwer-Kommentar

“Das Interesse der Anleger an den vorhandenen Fonds, insbesondere mit deutschen Immobilien, ist durchaus beachtlich.”

Der Top Select Fund VI der Münchner BVT-Gruppe war in der vergangenen Woche der 16. Publikums-AIF in diesem Jahr, der in den Vertrieb gestartet ist. Damit ist die Branche nach Cash.-Zählung bei Emission Nummer 100 seit der Regulierung durch das Kapitalanlagegesetzbuch (KAGB) im Juli 2013 angelangt.

Die ersten 24 Publikums-AIFs kamen 2014 auf den Markt, ein Jahr später waren es 33 Neuemissionen. 2016 fiel die Zahl auf 27 Fonds zurück. Und nun insgesamt also die Nummer 100 – in früheren Jahren war das nicht die Produktion der Branche in vier Jahren, sondern in drei oder vier Monaten (inklusive Schiffsfonds, die aus anderen Gründen verschwunden sind).

Mit 36 neuen Angeboten im ersten Halbjahr 2017 dominieren von der Anzahl weiterhin die Emissionen nach dem Vermögensanlagengesetz. So lässt sich die Entwicklung des AIF-Angebots seit dem KAGB-Start – jedenfalls für Publikumsfonds – in einem Wort zusammenfassen: Enttäuschend.

Bremsklotz Assetbeschaffung

Die 16 neuen Fonds des ersten Halbjahres 2017 (der BVT-Fonds fiel laut BaFin-Datenbank formal in den Juni) sprechen zwar für eine gewisse Marktbelebung gegenüber dem Vorjahr. Eine wirklich positive Entwicklung lässt sich aus den Zahlen aber weiterhin nicht herauslesen.

Die Abläufe bei der BaFin zur Genehmigung neuer Fonds sind dem Vernehmen nach noch immer zäh. Wesentlicher Bremsklotz ist mittlerweile aber wohl mehr die schwierige Assetbeschaffung wegen der hohen Preise.

Die „Altlasten“ sowie die generellen Vorbehalte von Anlegern und Vertrieb hingegen scheinen mehr und mehr zu schwinden. Das Interesse der Anleger an den vorhandenen Fonds, insbesondere mit deutschen Immobilien, ist durchaus beachtlich. Das belegen unter anderem die Platzierungszahlen von Unternehmen wie Habona, Primus Valor, Project Investment oder WealthCap. Das immerhin ist eine gute Nachricht.

Nun steht der Redaktionsschluss des Cash.-Heftes kurz bevor. Die Zeit drängt. Deshalb muss der Löwer-Kommentar heute recht kurz ausfallen. Viel mehr (neues) ist zu dem Thema aber ohnehin nicht zu sagen.

Stefan Löwer ist Chefanalyst von G.U.B. Analyse und betreut das Cash.-Ressort Sachwertanlagen. Er beobachtet den Markt der Sachwert-Emissionen als Cash.-Redakteur und G.U.B.-Analyst insgesamt schon seit mehr als 25 Jahren. G.U.B. Analyse gehört wie Cash. zu der Cash.Medien AG.

Foto: Florian Sonntag