Montag, 4. Juli 2016

Kleinanlegerschutz: Was prüft die Bafin überhaupt?

Vor einem Jahr erweiterte das Kleinanlegerschutzgesetz die Befugnisse der Bafin. Geändert hat sich anscheinend wenig. Der Löwer-Kommentar

„Offenbar besteht die Bafin-Prüfung bei Emissionen nach dem Vermögensanlagengesetz weiterhin nur aus einer formalen Vollständigkeitskontrolle.“

Kaum war der Löwer-Kommentar der vergangenen Woche zu den grundsätzlich durchaus möglichen Vorzügen von Nachrangkonzepten erschienen, da flatterte der Prospekt einer nachrangigen Namensschuldverschreibung auf den Schreibtisch, der das genaue Gegenteil bestätigt. Er erinnert an die düstersten Zeiten des grauen Kapitalmarkts.

Mit der Mitte Juni im semi-regulierten Bereich des Vermögensanlagengesetzes (VermAnlG) gestarteten Emission will jemand bis zu 75 Millionen Euro Anlegergeld einsammeln und es irgendwie investieren. Irgendwie: In Wertpapiere, Immobilien, Infrastruktur, Unternehmensbeteiligungen. In welchem Verhältnis und nach welchen konkreten Kriterien, bleibt offen. Mindestbeteiligung: Einmalig 1.000 oder monatlich 50 Euro.

Ein-Mann-GmbH

Der Name der Emission spielt keine Rolle; dies ist ein Kommentar- und kein Analyseformat. G.U.B. Analyse wird sich sicherlich noch genauer mit dem Angebot befassen. Doch soviel vorab: Es ist das nackte Grauen.

Unter anderem sind laut Prospekt Investitionen „im weltweiten Börsen-, OTC-, und Brokerhandel in alle möglichen (am Markt angebotenen) Wertpapiere und deren Derivate (Futures und Optionen)“ vorgesehen.

Wer glaubt, derlei könne allenfalls ein großes Institut mit globalem Research (und mit einer Zulassung nach dem Kreditwesengesetz), sieht sich getäuscht: Die Emittentin wurde erst im Februar 2016 mit 25.000 Euro Stammkapital im Handelsregister eingetragen. Der alleinige Gesellschafter ist gleichzeitig ihr einziger Geschäftsführer.

Seite 2: Fehlende Informationen

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