Montag, 19. Dezember 2016

Das war das Sachwertjahr 2016

Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende entgegen. Die Branche ist wenig vorangekommen, offenbarte aber auch überraschende Trends. Ein Rückblick. Der Löwer-Kommentar

„Die Vorteile der Regulierung und die Einsicht, dass die heutigen KVGen nicht für die Pleiten und Skandale früherer Fonds anderer Anbieter verantwortlich zu machen sind, haben sich auch 2016 nicht wirklich durchgesetzt.“

Q1: Solvium Capital bringt das erste Container-Direktinvestment mit einem Prospekt nach dem Vermögensanlagengesetz. Die HCI Capital AG schluckt das ehemalige Emissionshaus König & Cie und wenig später auch die Traditionsreederei Ernst Russ, deren Namen sie annimmt. Reconcept verkauft die hauseigene Kapitalverwaltungsgesellschaft (KVG) an Xolaris und Xpecto.

Q2: Der Bundestag verabschiedet das erste Finanzmarkt-Novellierungsgesetz. Der Container-Anbieter Magellan Maritime Services stellt Insolvenzantrag. Die Bundesregierung beschließt die Reform des Erneuerbare-Energien-Gesetzes.

Q3: Die US-Vermögensanlage TSO-DNL Active Property wird mit einem gewaltigen Eigenkapital von 203 Millionen US-Dollar geschlossen. Das EU-Parlament schmettert die Verordnung der EU-Kommission zu Basis-Informationsblättern für „verpackte“ Anlage- und Versicherungsprodukte (PRIIPs) mit breiter Mehrheit ab. Das traditionsreiche Hamburger Emissionshaus Hansa Treuhand kündigt an, das Emissionsgeschäft aufzugeben.

Noch immer Schifffahrtskrise

Q4: Das Finanzministerium veröffentlicht den Entwurf für das Zweite Finanzmarkt-Novellierungsgesetz unter anderem zur Umsetzung der EU-Finanzmarktrichtlinie Mifid II. Die Oetker-Gruppe verkauft die Reederei Hamburg Süd an den dänischen Branchenprimus Møller-Maersk. Das erste Urteil im S&K-Prozess lautet auf fünf Jahre und drei Monate.

Das waren die wichtigsten Nachrichten der Sachwertbranche 2016 im Schnell-Durchlauf. Viel Positives war nicht dazwischen. Es ist noch einiges mehr passiert, doch wirklich vorangekommen ist der Markt im zu Ende gehenden Jahr nicht, jedenfalls nicht die alternativen Investmentfonds (AIF). Eher das Gegenteil.

So hat sich die Schifffahrtskrise, die schon seit 2008 schwer auf der Branche lastet, im Laufe des Jahres nochmals verschärf. Auch wenn schon seit geraumer Zeit ohnehin praktisch keine neuen Schiffsfonds mehr aufgelegt werden: Die Vertriebe müssen sich noch immer auf breiter Front gegenüber ihren Kunden für die Verluste der Altfonds rechtfertigen, können ihnen kaum mit neuen Produkten kommen und nicht wenige schlagen sich weiterhin mit Anlegeranwälten herum.

Seite 2: Erfolgsmeldungen Mangelware

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