Aktuelle Analyse
WIDe Wertimmobilien Deutschland
WIDe Fonds 8
  • Bestandsimmobilien
  • Nur Deutschland
  • Risikomischung
Dienstag, 21. Mai 2019

Neue Finanzierungstruktur bei Breitbandnetz

Die Breitbandnetz GmbH & Co. KG, Breklum, warnt vor den Folgen einer unterplanmäßigen Eigenkapitalplatzierung für ihre Anleger.

Das Unternehmen hat eine Pflichtmitteilung nach Paragraf 11a Vermögensanlagengesetz veröffentlicht. Die Mitteilung bezieht sich auf gesplittete Einlagen in Form von Kommanditanteilen und partiarischen Nachrangdarlehen, die mit einem Vermögensanlagen-Verkaufsprospekt in der Fassung vom 12. Juli 2016 (veröffentlicht am 29. Juli 2016) und einem Fortführungsverkaufsprospekt in der Fassung vom 29. Januar 01.2018 (veröffentlicht am 07. Febraur 2018) einschließlich zweier Nachträge (zuletzt 28. Januar 2019) platziert worden sind.

Die zu veröffentlichende Tatsache nach Paragraf 11a Vermögensanlagengesetz (VerAnlG): Auf der Gesellschafterversammlung am 15. Mai 2019 haben die Gesellschafter der Breitbandnetzgesellschaft eine Anpassung der Finanzierungstruktur beschlossen. Aufgrund des geringer eingeworbenen Eigenkapitals gegenüber der derzeitig gültigen Mittelfristplanung der Breitbandnetzgesellschaft musste eine alternative Form der Finanzierung gefunden werden, so die Mitteilung.

Zustimmungen  der finanzierenden Banken erteilt

Durch eine temporäre Nutzung der bestehenden Kapitaldienstreserven werde die Breitbandnetzgesellschaft somit eine möglicherweise entstehende Liquiditätslücke überbrücken können. Die entsprechenden Zustimmungen der finanzierenden Banken zur temporären Nutzung der Kapitaldienstreserve wurden demnach bereits im Vorfeld der Gesellschafterversammlung erteilt. Die schriftliche Fixierung in Form von Nachträgen zu den Darlehensverträgen stehe noch aus.

Die Breitbandnetzgesellschaft könne somit rund 1,4 Millionen Euro für Investitionen in den Glasfaserausbau nutzen, um die Erschließung in der Ausbauregion schnellstmöglich abzuschließen. Darüber hinaus werde die Breitbandnetzgesellschaft eine Betriebsmittelkreditlinie in Höhe von 300.000 Euro zur Finanzierung des Umlaufvermögens einrichten.

Auszahlungen erst später oder geringer

Die Nutzung der bestehenden Kapitaldienstreserven und der Betriebsmittelkreditlinie führe dazu, dass die Emittentin zunächst die sich daraus ergebenden Verpflichtungen gegenüber den finanzierenden Banken erfüllen muss, bevor Auszahlungen an die Anleger erfolgen können. „Daher werden die Auszahlungen an die Anleger gegebenenfalls erst später erfolgen oder nicht in der prognostizierten Höhe“, heißt es in der Mitteilung.

Wenn die Emittentin die Fremdmittel nicht oder nicht rechtzeitig zurückzahlen könne, kann sie demnach gezwungen sein, das Glasfasernetz oder Teile dessen zu veräußern, um die Ansprüche der Fremdkapitalgeber zu erfüllen. Es könne seitens der Banken auch zur Verwertung der zur Kreditsicherheit bestellten Sicherheiten in Form eines zwangsweisen Verkaufs des Glasfasernetzes kommen. Sollte der erzielte Verkaufserlös nicht zur Deckung der Darlehensforderung ausreichen, könnte dies zur Insolvenz der Emittentin und zu einem Totalverlust der Einlagen für den einzelnen Anleger führen.