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Dienstag, 19. März 2019

BFH-Urteil zum Bauherrenerlass: Segen oder Fluch

Vor knapp einem Jahr hat der BFH den „Bauherrenerlass“ gekippt. Mit den Folgen befasst sich nun die Beratungsgesellschaft Baker Tilly.

Der Bundesfinanzhof (BFH) hat mit Urteil vom 26. April 2018 (Az. IV R 33/15) entschieden, dass Kosten bei der Auflegung eines geschlossenen Fonds mit gewerblichen Einkünften grundsätzlich sofort abziehbare Betriebsausgaben darstellen. Darauf weist ein Beitrag der Beratungsgesellschaft Baker Tilly in ihrem aktuellen Newsletter hin.

Die ursprüngliche Behandlung der Fondsetablierungskosten folgte demnach vorher dem sogenannten „Bauherrenerlass“, welcher die Aktivierung zusammen mit dem Asset vorsah und 2003 als Reaktion auf „Steuergestaltungen“ mit hohen Verlustzuweisungen entwickelt worden war. Dadurch konnten die Initialkosten erst zusammen mit dem Asset über die Laufzeit abgeschrieben werden.

Hohe Verlustzuweisungen schon lange Geschichte

Hohe Verlustzuweisungen sind jedoch schon lange Geschichte – und damit auch die Begründung für den Bauherrenerlass. Nach dem BFH-Urteil können die Initialkosten daher grundsätzlich sofort abgezogen werden, wobei Verlustzuweisungen im Zusammenhang mit Steuerstundungsmodellen (§ 15b EStG) nur bis maximal zehn Prozent des eingesetzen Kapitals möglich sind.

Höhere Verluste können lediglich mit Gewinnen aus der gleichen Quelle, also dem gleichen Fonds, verrechnet werden. Die neue Rechtsprechung ermöglicht aber, dass die Gewinne über einen längeren Zeitraum – bis zur vollständigen Verrechnung der Anfangsverluste – komplett steuerfrei bleiben können.

Dem von der Steuerberaterin Lisa Welne verfassten Beitrag zufolge bezieht sich die BFH-Entscheidung auch auf Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, also insbesondere auch auf Immobilienfonds.

Seite 2: Vor- und Nachteile für Immobilienfonds

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