Aktuelle Analyse
HTB Hanseatische Fondshaus GmbH
HTB 10. Portfolio
  • Zweitmarktfonds
  • Langjährig erfahrere KVG
  • Breite Risikomischung
Freitag, 21. September 2018

IDW verabschiedet neuen Prüfstandard für Vermögensanlagen

Das Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) hat einen neue Regel für die WP-Prüfung von Prospekten für Emissionen nach dem Vermögensanlagengesetz verabschiedet.

Der neue Standard heißt IDW S 14 “Grundsätze ordnungsmäßiger Begutachtung der gesetzlichen Verkaufsunterlagen über öffentlich angebotene Vermögensanlagen nach dem Vermögensanlagengesetz” (Stand 9. Juli 2018). Er wurde Ende August verabschiedet und nun in der IDW-Zeitschrift veröffentlicht, berichtete Rechtsanwalt und Steuerberater Klaus-Lorenz Gebhardt, Partner der Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft Mazars auf einer Veranstaltung des Unternehmens.

Der Fokus des neuen IDW S 14 richtet sich demnach auf die Richtigkeit, Nachvollziehbarkeit und Klarheit (Eindeutigkeit) der Angaben im Prospekt und in dem Vermögensanlageninformationsblatt (VIB). Zudem müssen die Wirtschaftsprüfer (WP) die Widerspruchsfreiheit der Angaben in Prospekt und VIB im Hinblick auf die Anlageziele und Anlagepolitik überprüfen, so Gebhardt.

Keine Vollständigkeitsprüfung mehr

Der neue Standard für Vermögensanlagen war notwendig geworden, nachdem sich der Standard IDW S 4 nach dessen Neufassung nur noch auf Prospekte von alternativen Investmentfonds (AIF) bezieht. Wie der neu gefasste IDW S 4 sieht nun auch der IDW S 14 grundsätzlich keine Vollständigkeitsprüfung mehr vor, da dies durch die Finanzaufsicht BaFin erfolge.

Entsprechend sind in beiden IDW-Standards nun auch keine Vorgaben (Anlagen) für die Prospektinhalte/-elemente mehr enthalten, die für eine nicht nur formale, sondern auch inhaltliche Vollständigkeit erforderlich sind. Letzteres prüft die BaFin nicht.

Für Anleger tabu

Der wesentliche Nutzen für den Vertrieb liegt demnach in der Prüfung der Richtigkeit der Angaben im Prospekt, so Gebhardt. Diese werde durch die BaFin nicht vorgenommen. Zudem könne der WP-Bericht den Vermittler bei seiner Plausibilitätsprüfung unterstützen.

Für Anleger hingegen ist das WP-Prospektgutachten künftig tabu. Eine Weitergabe des Gutachtens ist nur an gewerbliche Empfänger, also in erster Linie den Vertrieb, erlaubt und darf nur gegen eine umfassende Haftungsfreistellung erfolgen. Die Weitergabe an Anleger ist untersagt.

Geringes Interesse der Branche

Das Institut hatte den Entwurf des IDW S 14 im November 2017 zur Diskussion gestellt, die Frist für Stellungnahmen lief Anfang April 2018 ab. Das Interesse der Branche daran war offenbar gering. Jedenfalls wurden nach damaliger Auskunft des IDW gegenüber Cash.Online keinerlei Stellungnahmen zu dem Entwurf abgegeben.

Das wird vermutlich auch der Grund dafür sein, dass die Verabschiedung des neuen Standards nun für IDW-Verhältnisse vergleichsweise zügig erfolgte.