Der G.U.B.-Verhaltenskodex

Verhaltenskodex für G.U.B.-Analysen des Deutschen Finanzdienstleistungs-Instituts GmbH (DFI) (im Folgenden: DFI)

Stand 21. Mai 2013

Inhalt

1. Einleitung
2. Qualität
3. Integrität
4. Unabhängigkeit
5. Interessenkonflikte
6. Transparenz
7. Behandlung vertraulicher Informationen

 

1. Einleitung

G.U.B.-Analysen bewerten seit 1973 Produkte des privaten Kapitalmarkts. Sie sind damit die ältesten Analysen dieser Art in Deutschland.

G.U.B.-Analyse ist eine Marke des Deutschen Finanzdienstleitungs-Instituts GmbH (DFI) und steht seit Jahrzehnten für eine unabhängige und kompetente Bewertung von geschlossenen Fonds. Dieser Verhaltenskodex ist eine Selbstverpflichtung des DFI gegenüber Anlegern, Geschäftspartnern, Kunden, Initiatoren und der Öffentlichkeit. Der Verhaltenskodex ist an den Code of Conduct der International Organization of Security Commissions (IOSCO) angelehnt und berücksichtigt die Vorschriften des §34b Wertpapierhandelsgesetz sowie der Finanzanalyseverordnung. Er ist für alle Mitarbeiter des DFI verbindlich.

2. Qualität

(a) Die Analysen erfolgen unvoreingenommen nach der selbst entwickelten G.U.B.-Analysesystematik, welche die Besonderheiten von geschlossenen Fonds berücksichtigt und permanent an die aktuellen gesetzlichen, wirtschaftlichen und branchenüblichen Rahmenbedingungen angepasst wird.

(b) Die Analysesystematik berücksichtigt branchenspezifische Merkmale und Besonderheiten. Sie stellt sicher, dass diese Kriterien so weit wie möglich und sachlich angemessen einheitlich für alle Fonds einer Branche (z. B. Immobilienfonds) bewertet werden.

(c) Abweichungen von der vorgegebenen Analyse-Systematik aufgrund von fondsspezifischen Eigenheiten werden im Einzelfall begründet und auf ihre konsistente Bewertung mit ähnlich gelagerten Spezialfällen überprüft.

(d) Zur Sicherstellung der Qualität gilt für jede G.U.B.-Analyse das „Vier-Augen-Prinzip“.

(e) Das DFI wird nur Mitarbeiter mit der Erstellung von G.U.B.-Analysen betrauen, die über die erforderliche Sachkenntnis verfügen und sich zur Sorgfalt und Gewissenhaftigkeit verpflichtet haben.

(f) Das DFI wird einen geschlossenen Fonds nur dann analysieren, wenn sicher gestellt ist, dass genügend Ressourcen für eine qualitativ hochwertige Analyse zur Verfügung stehen.

3. Integrität

(a) Das DFI und seine Mitarbeiter berücksichtigen die anwendbaren Gesetze, Richtlinien und Regelungen, die für ihre Aktivitäten relevant sind.

(b) Das DFI und seine Mitarbeiter pflegen eine faire und respektvolle Kommunikation mit Anlegern, Geschäftspartnern, Kunden, Initiatoren und der Öffentlichkeit.

(c) Das DFI und seine Mitarbeiter geben vor dem endgültigen Abschluss einer Analyse keine Garantie oder Zusicherung für ein bestimmtes Endergebnis.

(d) Jeder Initiator, dessen Fonds durch das DFI analysiert wird, erhält vor der Veröffentlichung der G.U.B.-Analyse die Gelegenheit zu einer Stellungnahme.

4. Unabhängigkeit

(a) Die Analysen erfolgen ohne vorherigen Auftrag des Initiators. Welche Fonds analysiert werden, entscheidet das DFI. Deshalb können alle Analysen – und damit auch negative Bewertungen – ohne rechtliche Restriktionen veröffentlicht werden.

(b) Das DFI hält die ausschließlichen Rechte an den Analysen. Sie behält sich jedoch das Recht vor, Initiatoren, Vertrieben oder Fondsgesellschaften nach Abschluss der Analyse die Möglichkeit zu geben, Nutzungsrechte oder Nachdrucke zu erwerben.

(c) Das DFI ist eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der börsennotierten Cash.Medien AG. Natürliche oder juristische Personen, die sich in den Bereichen Konzeption, Emission oder Vertrieb von geschlossenen Fonds betätigen, sind nicht am DFI beteiligt. Indirekte Beteiligungen durch Aktienerwerb an der Cash.Medien AG liegen hierbei außerhalb des Einflussbereiches des DFI und können nicht ausgeschlossen werden.

(d) Sollte ein Anbieter oder Emittent, dessen Fonds durch das DFI analysiert wird, über einen gemäß  §21 Absatz 1 WpHG meldepflichtigen Anteil an Stimmrechten der Cash.Medien AG verfügen und eine entsprechende Meldung vorgelegt haben, wird dies in der jeweiligen G.U.B.-Analyse offen gelegt.

5. Interessenkonflikte

(a) Das DFI und seine Mitarbeiter sind, mit Ausnahme von eventuell in kollektiven Kapitalanlagen (Investmentfonds) enthaltenen Aktien, weder direkt noch indirekt an Unternehmen beteiligt, die sich in den Bereichen Konzeption, Emission oder Vertrieb von geschlossenen Fonds betätigen.

(b) Das DFI nimmt grundsätzlich keine Beratungsmandate zur Konzeption geschlossener Fonds von Initiatoren oder Fondsgesellschaften an.

(c) Sollte ein mit der Analyse beauftragter Mitarbeiter einem persönlichen Interessenkonflikt ausgesetzt sein oder sich aus irgendeinem anderen Grund als befangen erklären, so wird das DFI einen anderen Mitarbeiter mit der Analyse des Fonds betreuen oder auf die Beurteilung des Fonds verzichten.

(d) Die Mitarbeiter des DFI erhalten keine Vergütungen, die in einem direkten oder indirekten Zusammenhang mit dem Platzierungserfolg von analysierten Beteiligungen stehen.

6. Transparenz

(a) Das DFI nennt in den G.U.B.-Analysen sämtliche wesentlichen Informationsquellen, auf denen die betreffende Analyse basiert.

(b) Die G.U.B.-Analysen folgen einer standardisierten Analysesystematik und sind daher detailliert nachzuvollziehen. Die Analyseergebnisse und die Kommunikation mit dem Initiator werden protokolliert und anschließend archiviert.

(c) Das DFI veröffentlicht die G.U.B.-Analysesystematik und ihren Verhaltenskodex in der jeweils aktuellen Fassung auf der Internetseite von G.U.B.-Analyse zum kostenfreien Download.

7. Behandlung vertraulicher Informationen

(a) Das DFI behandelt Informationen die ihr von Initiatoren und Dritten zum Zwecke der Analyseerstellung zur Verfügung gestellt werden vertraulich und nutzt diese nur in dem für die Erstellung der Analyse notwendigen Umfang.

(b) Das DFI unternimmt geeignete Maßnahmen, um die in ihrem Besitz befindlichen vertraulichen Informationen vor Verlust, Diebstahl und Missbrauch zu schützen.

 

Hamburg, im Mai 2013

Deutsches Finanzdienstleistungs-Institut GmbH (DFI)

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